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TuB Mussum 1955 e.V.
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Abschalten am Kreidewagen

Montag, 22.03.2021 17:51 Uhr | Ludger Bohle

TuB Mussum hat sich seit einiger Zeit ein Motto auf die Fahne geschrieben. Es lautet #MeineHeimat und ist etwa auf Bierdeckeln, Stofftaschen und Autoschildern zu lesen. Mit Haut und Haaren verkörpert wird es von Vereinsmitgliedern wie Tobias Brambrink. Wenn nicht gerade eine Pandemie alles lahmlegt, ist der 43-Jährige täglich auf der Anlage an der Alfred-Flender Straße zu finden. 

Im Verein hat und hatte er schon zig verschiedene Aufgabe inne. „Tobias ist einer von vielen ehrenamtlichen Mitgliedern, die wir in Mussum haben, ohne die der Verein Probleme bekommen würde“, sagt der Vorsitzende Frank Groß-Hardt. „Auf ihn kann ich mich nicht zu 100, sondern zu 150 Prozent verlassen und ihn sieben Tage die Woche rund um die Uhr anrufen. Er ist dann sofort da. Tobias ist einfach ein unheimlich feiner Kerl“, so Groß-Hardt weiter.

Dabei ist Brambrink noch nicht einmal ein Ur-Mussumer. Denn in der Jugend spielt er für die DJK Lowick, hörte dann aber zunächst mit dem Fußball auf. Über seinen Bruder schloss er sich mit 18 Jahren den Rangers an, die damals in Mussum in der Hobbyliga spielten. „Irgendwann haben die sich aber aufgelöst“, so Brambrink. So kam es, dass er fortan in der dritten und zweiten Mannschaft von TuB Mussum spielte.

„Ich habe eigentlich schon immer gerne Verantwortung übernommen“, sagt Brambrink. Das blieb auch dem heutigen Ehrenpräsidenten Klemens Barde nicht verborgen, der Brambrink daraufhin ansprach, ob er sich nicht die Rolle des Fußball-Obmanns vorstellen könne. „Mir war Tobias damals aufgefallen, weil er immer sehr engagiert war, ohne dass man das Gefühl hatte, dass er sich aufdrängt. Er war einfach jemand, der Verantwortung übernehmen wollte. Das hat man gespürt“, sagt Barde.

Die Rolle des Fußball-Obmanns nahm Brambrink dann auch an, obwohl er damals auch noch im Vorstand des Spielmannzugs Mussum aktiv war. Er führte sie aus, bis der erste seiner drei Söhne geboren wurde. „Da habe ich auch wieder mit dem Fußballspielen aufgehört.“ Allerdings war schon da klar, dass das keine Pause für immer sein würde. Und so war auch Brambrink 2009 wieder mit im Boot, als Sohn Nick bei den Bambini begann. „Seitdem habe ich durchgehend als Trainer im Jugendbereich gearbeitet.“ In diesen Bereich erstmals hineingeschnuppert hatte er bereits in der Saison 2003/2004 als Co-Trainer der zweiten Mannschaft.“

Als ob das nicht schon genug wäre, gab er 2013 auch noch seine Zusage, als ein Bambini- und E-Jugend-Koordinator bei TuB Mussum gesucht wurde. „Wenn ich gefragt werde, kann ich schlecht Nein sagen. Aber ich mache es auch gerne.“ Mittlerweile spielen seine drei Jungs bei TuB Mussum und treffen hier ihre Freunde. Und auch seine Frau Marion, die auch in Mussum gespielt hat und im Vereinsleben voll involviert ist, fühlt sich im Klub richtig wohl. „Sonst wären die ganzen Aufgaben auch gar nicht zu machen“, sagt Brambrink, der bei der Stadt Bocholt angestellt ist.

Von 2017 bis 2019 hatte er das Amt des Jugendleiters inne, seitdem arbeitet er gemeinsam mit Jörg Hülsken in der Sportlichen Leitung der Jugendabteilung und kümmert sich um die Trainer und Spieler. „Dass ich inzwischen etwas mehr im Hintergrund arbeite, liegt mir mehr“, sagt Brambrink, der darüber hinaus auch noch Hausmeistertätigkeiten wahrnimmt, beim Renovieren des Vereinsheims hilft und seit fast fünf Jahren auch der Platzwart des Vereins ist. Diesen Posten übernahm er, als Heinz-Bernd Scholten, ebenfalls ein sehr verdientes Mitglied von TuB Mussum, etwas kürzer treten wollte. „Ich genieße es, wenn ich freitags nach dem Feierabend zum Platz fahre, um ihn abzukreiden. Dann kann ich alleine abschalten. Deshalb wird das auch die Aufgabe sein, die ich als letztes abgeben werde.“

Doch bis dahin dürfte noch einiges an Zeit vergehen. Denn zur neuen Saison wird Brambrink, der ab und an noch die Fußballschuhe bei den Altherren schnürt, als Co-Trainer der D-Jugend und Betreuer der B-Jugend fungieren. „Dass derzeit nicht mehr trainiert und gespielt werden darf, fällt mir immer schwerer. Es fehlt auch das ganze Drumherum auf der Anlage“, erklärt Brambrink.

Das Vereinsleben werde bei TuB Mussum noch richtig gelebt, sagt er und verweist in diesem Zusammenhang auch an die noch relativ neue, aber bereits gut integrierte Handicap-Abteilung. „Es macht einfach Spaß, weil wir eine große Familie sind.“ Obwohl er eigentlich eine Pause einlegen wollte, wird er deshalb im Januar 2022 auch bei den nächsten Wahlen für den Jugendvorstand antreten. „Weil ich einfach mit den Leuten gerne zusammenarbeite.“ Gespannt ist er auch auf die sich anbahnende Fusion mit dem SC 26 Bocholt. „Ich sehe das sehr positiv und hoffe, dass alles klappt und umgesetzt werden kann.“

(Quelle BBV)