Chronik TuB Mussum

Wenn wir 2005 unser 50jähriges Vereinsjubiläum feiern, so gilt dieses für die Neugründung im Jahre 1955.Dass Mussumer Fußballer unter dem Vereinsnamen "Turn- und Ballspieler Mussum" schon seit 1921 hinter dem runden Ball herjagten und aus dieser Verbindung 5 Jahre später nach einer Vereinsumbenennung der SC 26 gegründet wurde, wissen im Bocholter Raum nur noch wenige.

Gründungsmitglieder aus dem Jahre 1921:

W.Paus, Bernhard Kempkes, Lehrer Engel, Johann Rottstegge, Berhard Meteling , Hein Nienhaus, Alois Schleuter, Wilhelm Nachtigall und Johann Schaffeld

 

Wie kam es dazu ?

Zu dieser Zeit, als die "kurzen Hosen noch knielang" waren, 

gab es im Sport 2 Verbände, der DJK und der WSV, Mussum's Kluft in rabenschwarz, 

spielte im DJK und gehörte schon nach wenigen Jahren zu den Spitzenteams in diesem Verband. 

Nach den Bestimmungen der damaligen Verbände durften die  erfolgshungrigen Mannen 

aber nicht gegen die professionelleren und besseren Vereine wie 1. FC Bocholt oder den FC Olympia Bocholt spielen. 

 

Nach einer Generalversammlung entschieden 60 teilnehmende Mitglieder für eine Umbennung und Neugründung. Hieraus entstand der SC 26 Bocholt.  

Die Platzanlagen wechselten in diesen turbulenten Tagen auch mehrmals ihre Standorte.  

Von der Ecke Loikumer Weg / Bömkesweg ("Zenzis Garten") und zum Hoynkesch. Besonders ärgerlich war, dass der Platz am Mussumer Kirchweg sechs Wochen nach Fertigstellung schon wieder geräumt werden musste. Das Vereinslokal wechselte vom "Mussumer Krug" zum Lokal "zur Glocke". Der Glockenwirt Reinhard Ehling galt als engagiertes Vorstandsmitglied.

TuB Mussum in den Zwanziger Jahren

 

Auszug aus das BBV 1955

Mussum. Seit einiger Zeit waren in Mussum Bestrebungen im Gange, die frühere DJK TuB Mussum 1926 wieder ins Leben zu rufen. Diese Bemühungen hatten nunmehr hundertprozentigen Erfolg, denn in einer entscheidenden Versammlung kam es zur Wiedergründung der DJK TuB Mussum 1926. Diese Versammlung hatte der rührige Pastor Sellenscheidt einberufen, der eine große Reihe begeisterter DJK ler und Gäste aus Bocholt begrüßen konnte. Dabei galt dem Bezirkspräses der DJK, Kaplan Brockmann, ein besonderer Willkommensgruß. In seinen weiteren Ausführungen unterstrich Pastor Sellenscheidt die Notwendigkeit einer sportlichen Betätigungsmöglichkeit in Mussum. Dabei machte er die erfreuliche Mitteilung, dass der Gemeinderat an der Wiedergründung der TuB Mussum stark interessiert sei und der DJK Mussum ein passendes Gelände für die Herrichtung eines Sportplatzes in der Nähe der Gaststätte Tekaath in Aussicht gestellt habe.

Bezirkspräses, Kaplan Brockmann, betonte die Wichtigkeit des Vorhabens und machte die Anwesenden mit Sinn und Zeck der DJK bekannt. Die hierauf Vorgenommenen Vorstandswahlen brachten folgendes Ergebnis: Hermann Weibring erster Vorsitzender, Bernhard Klein-Schmeink Geschäftsführer, Alfons Panofen Schriftführer, Rudi Voss Jugendleiter und Rainer Paar wurde Kassenwart.

Die Wiedergründung der DJK TuB Mussum 26 fand ein vielfaches Echo.

Pastor Sellenscheidt und auch Kaplan Brockmann versprachen der DJK Mussum ihre tatkräftige Mithilfe. Mit dem Jugendkraftleergruß wurde die erste Zusammenkunft der Turner und Ballspieler Mussum beschlossen.

 

Die Neugründung im Jahre 1955

Bei der Neugründung im Jahre 1955 spielte das neue Vereinslokal "Morssenhook", damals unter der Führung des Wirtsehepaares Hanna und Gerd Tekaat, eine wichtige Rolle.

Parallel zum Antrag auf seine Gaststättenkonzession erwirkte Gerd Tekaat in Zusammenarbeit mit Gerd Rottstegge die Genehmigung zum Ausbau einer Platzanlage auf dem freien Grundstück neben seiner zukünftigen Gaststätte.

Zur Neugründung fanden sich in dem neuen Vereinslokal folgende Personen ein:

Alfons Panofen, der auch 1. Vorsitzender wurde, die Brüder Hans und Laurenz Hünting, Wirt Gerd Tekaat und Mussum's Pastor Sellenscheld.

Pastor Sellenscheidt gab beim ersten Spiel der ersten Mannschaft den Segen

 

Der Spielbetrieb wurde zum zweiten Mal unter dem Namen TuB Mussum aufgenommen. Als Trainer konnte Walter Lueb gewonnen werden. Langsam etablierte sich der Verein.

Unsere Erste Mannschaft nach der Neugründung 1955

Kempers, G. Geukes, O. Nagel, Hünting, H. Nachtigall, W. Vos, Büdding, P. Flaßwinkel,  Knüfing, B. Eßing, H. Uebbing, Höft, W. Hengstermann

 

Im Jahre 1957 wurden die ersten Umkleideräume aus Holz erstellt.

Der erste Jugendleiter nach der Neugründung war Rudi Vos. Hier stellt er seine erste Jugendmannschaft vor.

Von links nach rechts: Klaus Bücker, Dieter Essing Manfred Wolfering, Herbert Schmeink, Wolfgang Eilers, Erwin Krone, Horst Tenbieg, Hermann-Josef Schaffeld, Reinhold Paus, Walter Strauch, Mannschaftskapitän Josef Tekaat.

 

1960 bis 1966

1960 zählte man schon 200 Mitglieder. Natürlich war der Anfang schwierig und der Erfolg ließ auf sich warten. Obwohl immer guter Fußball geboten wurde, konnte erst im Jahre 1966 Ferdi Hölscher mit seiner Mannschaft den ersten Aufstieg in die 1. Kreisklasse schaffen.

Auf dem neutralen Platz in Lowick gelang es vor 1500 (in Worten: eintausendfünfhundert) Zuschauern, den Ortsrivalen SV Biemenhorst im Entscheidungsspiel zu schlagen.

Stürmer Josef Tekaat konnte mit einem herrlichen Flugkopfball das "Goldene Tor" zum 1 : 0 erzielen.

 

1966 bis 1967

Das Ziel, die 1. Kreisklasse, war erreicht. Leider musste Trainer Ferdi Hölscher aus beruflichen Gründen sein Amt niederlegen.

Mehr als Notlösung wurde Alfons Biermann verpflichtet, denn er war gleichzeitig Spielertrainer beim Lokalrivalen TuB Bocholt. Die sonntägliche psychologische und taktische Betreuung übernahm der 1. Vorsitzende Hans Tekaat. Als dieser nach einem tragischen Verkehrsunfall verstarb, ging ein Schock durch die Mannschaft und den Verein.

Mehrere Niederlagen und andere Tiefschläge konnte die Mannschaft nicht wegstecken und geriet so in den Abstiegsstrudel. Ausgerechnet TuB Bocholt mit "unserem" Trainer versetzte uns den letzten Stoß, Biermann stieg aber selbst auch mit TuB Bocholt ab.

 

1967 bis 1970

Neue Saison, neuer Mut, neuer Trainer. Die gleiche Spannung wie im Aufstiegsjahr 1966 bescherten den Mussumern und Biemenhorstern den gleichen Endkampf. Nur zogen wir diesmal den Kürzeren und die Biemenhorster machten das Rennen. Trainer war Heino Kalter, nachfolgen sollten in den nächsten Jahren: H. Steinzen, W. Bork, H. Heumer, Otto Nagel und Wieder F. Hölscher.

Aufsteiger des Jahres 1970 war Jupp Tekaat. Er schaffte den Sprung vom B-Kreisligisten TuB Mussum zum Verbandsligisten FC Olympia Bocholt.

Der Neuaufbau, der eigentlich schon nach dem Nichtaufstieg 1967 begann, trug leider noch keine Früchte. Mal War man am Aufstieg knapp vorbeigerutscht, mal enttäuschte man auf der ganzen Linie. Der ersehnte Aufstieg ließ auf sich warten.

 

1970 bis 1974

Dafür tat sich im Verein einiges. 1970 stieg  die Mitgliederzahl auf über 300 Miglieder. 1973 wurde TuB Mussum "eingetragener Verein" und eine weitere Sportart, Tischtennis, erweiterte das sportliche Angebot.

 

1974 bis 1976

1974 wurde die neue Sportanlage ,,Im Mussumer Esch“  an der Kreuzschule fertiggestellt.

Bei einer großen Einweihungsfeier mit 4.000 Besuchern segnete Kaplan Hülsmann das Sportgelände.

1975 wurden wiederum 2 Abteilungen gegründet. Frau Wernecke übernahm das Kinderturnen.

Werner Overkamp wurde 1. Trainer der Damenfußballmannschaft. Die sportlichen Ambitionen der Damen brachten auch die Männerwelt wieder in Schwung. Man peilte den Aufstieg an.

Im Jahre 1975/76 war es soweit. Nach einer dramatischen Aufstiegsrunde gegen Drevenack und Elten war der Aufstieg perfekt. Der vom VfL Rhede gekommene Torwart Hans Epping hielt trotz Daueroffensive der Drevenacker seine "Bude" sauber und Ludger Groß-Hardt (Kicki) sorgte nach einem Alleingang in den Schlußminuten für den 1 : 0 Endstand.

1977 bis 1989

Nach dem Abstieg im folgenden Jahr, der für die Mussumer Fangemeinde mehr als enttäuschend war (schließlich wurden 10 neue Spieler geholt), wechselte der Trainer 1978.

Für Manfred Hessing kam Norbert Volmering vom SC 26, der den jungen Spielern einige Tricks und Raffinessen aus seiner eigenen erfolgreichen Karriere vermitteln konnte.

1980 kam Manfred Hessin der zwischendurch beim VfL Rhede und beim 1. FC Bocholt erfolgreich war, wieder zurück zum Mussumer Esch.

Überhaupt ist zu "unserem Manni" zu sagen; Engagiert als Trainer entpuppte er sich auch als Mädchen für alles. Wo immer ein Defekt war, im Sportheim oder am Platz, Manni wusste Rat.

Die Saison 1985 meinte es wiederum gut mit den Mussumern. Trotz einiger Dramatik während der Saison (z. B. Abbruch und Wiederholungsspiel gegen TuB Bocholt II) blieben wir Sieger gegen den Lokalrivalen Lankern.

Nach einem furiosen Start (7 : 1 Punkte) stiegen wir wiederum in der nächsten Saison ab.

Aus beruflichen Gründen hörte Manfred I, (Hessing) auf und Manfred II. (Terweide) kam von Borussia. Er kannte das "Mussumer Milljöh", war er doch selbst Spieler unter Manni Hessing gewesen. Seine Antrittsrede und die ersten Trainingseinheiten sind einigen immer noch in guter Erinnerung. Dass wir als Tabellensechster der Kreisliga B uns in der Stadtmeisterschaft gegen den FCO und den SC 26 durchsetzen konnten und Vizestadtmeister hinter dem 1. FC Bocholt wurden, verwunderte Bocholt's Fußballwelt.

Vize-Stadtmeister 1986: Erste Mannschaft von TuB Mussum1955 e.V.

Von links: Leo Groß-Hardt, F. Novak (verdeckt),K. van Hülsen, S. Welsing, B. Lübberdink, J.Huethorst, F. Winter,  H. Költgen, F. Egeling, H. Flaßwinkel, G. Krasenbrink

 

Genauso wurde die Saison: Wir gewannen dreimal hintereinander eine ausgesetzte Prämie vom  ,,Rob Roy" für die meisterzielten Tore im Raum Bocholt und stiegen vor dem SC 26 II in die Kreisliga A auf.

Zu den Aufsteiger gehörten:

Stehend von links: Betreuer F. Wüpping, M. Lahmer, H.Knüffing, W. Groß-Hardt, F. Novak, H. Klötgen, J. Boland, H. Flaßwinkel, Obmann J. Huethorst und Trainer Terweide.

Knieend von links: F. Winter, G. Krasenbrink, F. Egeling, U. Westhoff, H.Reinders, B. Lübberdink und S. Welsing.

 

Dass uns die Kreisliga A nicht liegt, beweist diese Chronik.

Darum empfing uns nach der Saison nicht wieder die "Kreisliga B", sondern die Bezirksliga!

 

Wie konnte das passieren ?

Trotz der ungewollten Nachbarschaftshilfe für den SV Biemenhorst, denen wir 4 Punkte in ihrem Abstiegskampf überließen, trotz der Verluste durch Platzverweise und verletzte Spieler, biss sich die Mannschaft durch und erreichte den Aufstiegsberechtigten dritten Tabellenplatz vor dem FC Haldern, der gegen uns eine Invasion von Zuschauern und eine 1 : 0 Heimniederlage "verdauen" musste.

Für die Fußballabteilung und den Gesamtverein TuB Mussum sicherlich der größte Erfolg seit Gründung.

In Bezug auf Erfolg wollten die jungen Damen den Herren in nichts nachstehen.

Sie setzten mit dem Gewinn der Niederrheinmeisterschaft im Juni 89 noch eins drauf.

In Duisburg Wedau wurde Garath-Düsseldorf mit 3 :0 besiegt.

Von links oben: Andrea Effing, Selina Tepasse, Elke Maatz, Severine Lürver, Elke Giesing, Kristin Sondermann, Silke Boland, Trainer Jochen Cyrener

unten von links: Marion Terhardt, Nadine Leiting, Sabine Hidding, Susanne Wüpping, Elke Tenbrock, Brigitte Stockhorst

 

Den einzigen echten "Deutschen Meister" von Mussum brachte diese Mannschaft hervor. Severine Lürver fällt in Sichtungslehrgängen dem Mädchen-Verbandstrainer Höfft durch beste Leistungen auf und erringt mit der Niederrheinmannschaft die Deutsche Meisterschaft.